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Nachhaltigkeit ‚Querbeet‘ | Interview Triodos Bank

In unserer Kategorie Nachhaltigkeit ‚Querbeet‘ interviewen wir Unternehmen und Vereine mit denen wir zusammenarbeiten. Dieses Mal hat Florian Koss von der Triodos unsere Fragen beantwortet. Vielen Dank!

Inwiefern spielt Nachhaltigkeit bei euch im Unternehmen eine Rolle?
Wir sind Europas führende Nachhaltigkeitsbank und das Thema war bereits vor der Gründung der Bank 1980 ganz zentral. Bei uns gibt es keine CSR- oder Nachhaltigkeitsabteilung, weil bei uns alle Abteilungen einen Beitrag leisten und das Kerngeschäft der Bank darauf ausgerichtet ist. Wir finanzieren ausschließlich Unternehmen, Institutionen und Projekte, die zum Wohl von Mensch und Umwelt beitragen. Sie kommen beispielsweise aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Ökolandbau, Bildung, Altenpflege und nachhaltige Immobilien. Das versprechen wir nicht nur, sondern veröffentlichen auch alle Kredite auf unserer Webseite. Unsere Kunden (und jeder andere auch) kann so sehen, was ihr Geld, das bei uns auf Konten liegt, bewirkt. Dafür erstellen wir auch einen Wirkungsreport, mit dem wir aufzeigen, was unsere Kunden gemeinsam erreicht haben. 2018 wurden zum Beispiel im Bereich Erneuerbare Energien 513 Projekten finanziert, die regenerative Energie für 2,5 Mio. Haushalte erzeugen und 2,9 Mio. Tonnen an CO² Emissionen einsparen. Da heißt jeder Kunde hat im Schnitt dabei unterstützt, dass 3 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Wie schätzt ihr die Nachhaltigkeitsentwicklung eurer Branche ein?
Geld hat einen enormen Hebel, wenn man es richtig einsetzt. Deswegen soll die Finanzwirtschaft auch eine wichtige Rolle dabei spielen z.B. die Pariser Klimaziele einzuhalten, indem die Geldströme in nachhaltige und innovative Projekte fließen und nicht mehr in fossile Energien oder andere Sektoren, die eine sehr schlechte Umweltbilanz haben. Leider hinkt da der deutsche Finanzsektor aktuell hinter anderen europäischen Ländern her, die da teilweise viel weiter sind.

Dabei ist die Wirkung so groß und jeder Einzelne kann etwas dazu beitragen. Die Verbraucherzentrale Bremen hat in einer Studie nachgewiesen, dass schon bei 1.000 Euro Investment ein Unterschied des CO2-Fußabdrucks zwischen dem schlechtesten und dem besten Fonds (der kommt von Triodos Investment Management) von etwa 750 kg besteht. Das macht soviel aus wie einmal 4.600 km Auto fahren – wie vom Nordkap nach Neapel einmal quer durch Europa. Und jetzt muss man sich vorstellen man investiert 10.000 Euro oder eine Bank 100 Millionen Euro.

Und den Irrglauben, dass man entweder Gutes tun oder Geld verdienen kann, dass haben nachhaltige Fonds längst widerlegt und bieten neben einer deutlich besseren sozialen und ökologischen Bilanz auch mindestens so gute finanzielle Renditen.

Aber Vorsicht, nicht überall wo mittlerweile „nachhaltig“ draufsteht ist auch wirklich „nachhaltig“ drin. Labels und Kennzeichnungen wie zum Beispiel das FNG-Siegel bieten da eine gute Orientierung.

Jeder kann etwas tun! Was sind aus eurer Sicht, die drei wichtigsten Dinge, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen?
Das gibt es so viel mehr als 3 Dinge, die jeder sehr einfach selbst machen kann, aber das Thema bewusster Konsum, weniger Auto und Flugzeug nutzen gehören sicherlich zu den Top-Kandidaten. Wir empfehlen natürlich auch sein Konto und seine Geldanlage nachhaltig auszurichten. Der Kontowechsel zu einer der Nachhaltgkeitsbanken geht mittlerweile ganz einfach und man bekommt alle Leistungen einer Hausbank zu fairen Konditionen. Aber dort erhält man eine doppelte Rendite: neben der finanziellen, eben auch eine sozial-ökologische.